Fotoausstellungen wollen aufrütteln

Aktuelle Ausstellungen auf dem Gebiet der Fotografie zeigen eher weniger detaillierte Ansichten von Umweltkatastrophen und anderen aufrüttelnden Ereignissen, die nur dann für ein größeres Publikum zu sehen sind, wenn sich einer mitten hineinwagt mit der Kamera und dabei eine gehörige Risikobereitschaft an den Tag legt. Ausstellungen dieses Kalibers finden bestenfalls in kleinem Rahmen statt, der kaum überregionale Beachtung findet. Gut besuchte Fotoausstellungen heutzutage spiegeln vordringlich das weite Feld der Kunst, auch die Bodenständigkeit in manchen Gegenden, die Entwicklung des Zeitgeists, sofern er sich in Bildern darstellen lässt, und die Entstehung von Büchern. Andere Ausstellungen bringen Besuchern das Leben in einer Stadt nahe, in der nur Frauen wohnen, auch wenn sie selbst nicht dazugehören, Fotografen und Fotografinnen schildern die Zeit zwischen der Dämmerung und dem Einbruch der Nacht aus ihrer Sicht oder fangen Meeresfrüchte mit der Linse ein, um deren Anblick auch denen zu ermöglichen, die nicht mit auf die Reise gehen konnten. Dabei kommt stets die persönliche Sichtweise desjenigen zum Ausdruck, der im entscheidenden Moment den Auslöser der Kamera betätigt hat. Ausstellungen sollen aufrütteln, sie gewähren dem Betrachter Einblick in Bereiche, die ihm außerhalb verschlossen blieben, sie sammeln sich in solcher Eindringlichkeit, dass der Besuch oft einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.